Kinder brauchen Geborgenheit. In Familien mit Suchtproblemen fällt es ihnen oft schwer, diese zu bekommen. Treffpunkt für Kinder und junge Menschen ist "Kolibri", die Beratungsstelle des SKM - Katholischer Verein für soziale Dienste. Jährlich kommen 50 von ihnen in die Bocholter Friesenstraße. Dort versucht man Stabilität zu geben und die Persönlichkeitsbildung zu unterstützen. Es werden feste Rituale wie Gruppennachmittage und regelmäßiges Essen geschaffen.

"Rückhalt ist wichtig" betont Mitarbeiterin Christiane Wiesner. Die jungen Menschen brauchen Zeit, um Vertrauen aufzubauen. Oft kümmerten sie sich um ihre suchtkranken Eltern und seien mit der Situation allein. Die Beratung hilft ihnen, ihre eigenen Bedürfnisse zu erkennen.

SKM-Geschäftsführer Berthold Tenhonsel macht deutlich: "Sucht ist kein Randproblem - es liegt in der Mitte der Gesellschaft." Aus diesem Grund wünscht sich der SKM, dass die Arbeit mit Kindern suchtkranker Eltern noch stärkere Beachtung in der Öffentlichkeit findet und aus der Tabuzone herausgeholt wird. Kolibri erhält einen Zuschuss der Stadt Bocholt. Der Großteil der Arbeit wird durch Spenden von Vereinen, Verbänden und Privatpersonen finanziert. Außerdem setzen sich Ehrenamtliche mit eigener Zeit und Arbeit für das Projekt ein.

Ursula Schulte lobt den Einsatz: "Junge Menschen aus Suchtfamilien stehen unter Druck. Sie brauchen Raum zur Entfaltung und Entwicklung. Bei Kolibri wird dieser geschaffen. Ich danke allen, die dazu beitragen. Als Gesellschaft sollten wir aber noch stärker darauf achten, was in unserer Mitte passiert. Die bestehende Initiative braucht mehr finanzielle Unterstützung. Das nehme ich mit nach Berlin."

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