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Beim Lesen eines guten Kommentares zum Thema "Was ist eigentlich eine echte linke Gesinnung?", bin ich doch recht nachdenklich geworden. Persönlich halte ich mich für pragmatisch links orientiert, Ideologie ist nicht so mein Ding. Für mich bedeutet das, dass ich mein politisches Handeln danach ausrichte, dass Ungleichheiten beseitigt und Chancen gerecht verteilt werden. Aber kann man mit solchen Zielen noch Leute hinter im Ofen hervorlocken? Ist man damit noch auf der Höhe der Zeit? Wahrscheinlich nicht, das ist einfach nicht spannend genug. Und: Wer will sich schon tagtäglich mit dem Elend der Welt und der Mühsal, dieses zu beseitigen, beschäftigen? Das neue „links" ist vermeintlich grün, kümmert sich um Klimaschutz und Nachhaltigkeit und vergisst die alte Dame im Altersheim, die von ihrem Taschengeld den Friseurbesuch nicht mehr bezahlen kann. Kein Thema sind auch die Menschen, die tagtäglich ihrer Arbeit nachgehen und am Ende des Monats oft nicht wissen, wie sie ihre Miete und ihre Stromrechnung bezahlen sollen, die also arm trotz Arbeit sind oder gerade so über die Runden kommen.

Klimaschutz ist definitiv wichtig. Hier waren wir alle in der Vergangenheit zu nachlässig. Aber wir dürfen darüber die Menschen nicht vergessen. Wir müssen sie mitnehmen auf den Weg zu einem besseren  zu mehr  Klimaschutz. Wenn ich mir die neuen „Linken" oder soll ich besser sagen "linke Avantgarde" anschaue, dann werde ich das Gefühl nicht los, dass sie sich darin gefallen, sich für die Besseren und Klügeren zu halten. Sie leben in ihrer wunderbaren Blase und schwadronieren über Klimapolitik und nachhaltige Lebensweise, während sie ihr Bio-Sushi zu sich nehmen. Dabei vergessen sie zu gerne, dass man sich eine solche Lebensweise erst einmal leisten können muss. Zugegeben, ich bediene hier ein paar Vorurteile, aber manchmal muss man es halt auf die Spitze treiben. Alles in allem ist das nicht, das „links sein", was ich mir vorstelle. Und wer gibt einigen Neunmalklugen eigentlich das Recht auf die herabzuschauen, die Schnitzel essen, die sich ihr Geld mit schwerer Arbeit verdienen und zum Schützenfest gehen anstatt zur Vernissage? Für mich heißt links sein: Da sein, wo es den Menschen schlecht geht. Anprangern von Ungerechtigkeiten und Seite an Seite für ein gerechteres Deutschland und eine gerechtere Welt kämpfen. Und zum Kampf um eine gerechte Welt gehört auch der Klimaschutz. Ich will mich nicht mit exorbitanten Reichtum auf der einen Seite und Flaschen sammelnden alten Menschen abfinden. Für mich ist diese Schickeria-Welt mancher vermeintlich linker Gesinnungsgenossen keine Option, ich will nicht Teil davon werden. Dann bleibe ich lieber altmodisch.

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