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Berlin/Bocholt. Während ihre männlichen Kollegen mit großen Traktoren und Schleppern in Berlin auf die Probleme der Landwirtschaft aufmerksam machten, besuchten 6 Landfrauen aus dem Kreis Borken Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner. Der Kontakt zur Ministerin kam über die SPD-Bundestagsabgeordnete Ursula Schulte zustande. "Uns Frauen ist wichtig, dass wir gehört werden", erklärt Monika Sühling von Westfälisch-Lippischen-Landfrauenverband. " Die Themen ähneln sicherlich denen unserer männlichen Kollegen und Ehemänner. Dennoch wollen wir in Berlin auch einmal aus Sicht der Bäuerinnen darlegen, welche Schwierigkeiten die Landwirtschaft derzeit hat. Und gerade die Kritik der Gesellschaft an der Landwirtschaft sorgt auch bei uns Frauen für große Belastungen bis hin zu Existenzängsten. Stichworte sind hier vor allem die mangelnde Wertschätzung der Arbeit, die ablehnende Haltung gegenüber unseren Kindern in Kita und Schule sowie die Mehrfachbelastung als Landwirtin, Frau und Mutter. Viele Menschen haben gar keinen Bezug mehr zur Landwirtschaft, dennoch scheren sie uns alle über einen Kamm und die Verbesserungen auch im Bereich Umweltschutz werden nicht zur Kenntnis genommen. "

"Die Bäuerinnen aus dem Kreis Borken haben in dem Gespräch mit der Ministerin Frau Klöckner und mir kein Blatt vor den Mund genommen. Und gerade diese schonungslose Ehrlichkeit hat mich tief beeindruckt. Wir sollten mehr miteinander reden und nicht pauschal urteilen, das ist eine der Schlussfolgerungen, die ich gezogen habe. Vielleicht ist jetzt auch die Stunde der authentischen Bäuerinnen gekommen, wenn mehr Wertschätzung und mehr Verständnis für die Landwirtschaft in der Bevölkerung erreicht werden soll", so die SPD-Bundestagsabgeordnete Ursula Schulte.

Eine Lösung der Probleme, da waren sich alle Beteiligten einig, geht nicht gegen, sondern nur mit der Landwirtschaft. "Wir wollen, dass die Landwirte gute Lebensmittel produzieren und sorgsam mit den Tieren, mit dem Boden und mit der Natur umgehen. Dafür müssen entsprechende Mittel bereitgestellt werden. Im Kopf haben viele Verbraucher den idyllischen Bauernhof. Dabei wird oft vergessen, dass die Landwirte vom Ertrag ihres Hofes auch leben müssen. Manchmal sogar mit drei oder vier Generationen", so Ursula Schulte.

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