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Die Diskussion hält an. Sie ist kontrovers und wird hitzig geführt. Gemeint ist der Streit um käuflichen Sex. Ein Gespräch über die schwierige Situation der Betroffenen und wie man ihnen helfen kann, führten die SPD-Bundestagsabgeordnete Ursula Schulte, die Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion Elisabeth Lindenhahn und SPD-Landratskandidatin Nadine Heselhaus mit Vertreterinnen der Hilfsorganisation TAMAR.

Tamar, ein Projekt der Evangelischen Frauenhilfe in Westfalen, bietet seit 2018 im ganzen Münsterland Beratungsangebote für Prostituierte an. Im Mittelpunkt steht die regelmäßige aufsuchende Arbeit, die gesundheitliche Aufklärung sowie Präventionsangebote. "Prostitution und Menschenhandel widersprechen den Menschenrechten. Frauen in der Prostitution brauchen umfassende Hilfe. Deshalb sind Organisationen wie TAMAR zwingend erforderlich", so Ursula Schulte.

Das Problem aber sei, so Pfarrerin Birgit Reiche, Leiterin der Beratungsstellen Nadeschda und Theodora in Herford und Soest sowie Jolanta Schmidt, TAMAR, das eine dreijährige Förderung durch die Aktion Mensch im April 2021 auslaufe. "Wir brauchen dringend eine Anschlussfinanzierung und zwar langfristig, kostendeckend und bedarfsgerecht, damit wir unser Angebot aufrecht halten können", richten Reiche und Schmidt ihren Appell an die Politiker in den Kommunen und Kreisen. Ziel müsse eine verbindliche Absicherung und Weiterentwicklung der kommunalen und behördenunabhängigen Beratung sein.

"Wir müssen den Frauen in der Prostitution helfen, eine neue, eigene Lebensperspektive zu entwickeln", waren sich die Vertreterinnen und aus Politik und Beratung einig. "Denn das Narrativ ‚Frauen hätten sich freiwillig für den Weg in die Prostitution entschieden', ist ein vorgeschobenes Argument", wollen sich Schulte, Lindenhahn und Heselhaus für eine Unterstützung des Vereins einsetzen und sich für eine langfristige Förderung stark machen.

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