In Bocholt besuchte ich die Altenpflegeschule des Deutschen Roten Kreuzes. Im Pflegebereich herrscht ein Mangel an Pflegekräften. Es gibt zu wenig Personal, um den Bedarf an Pflege in Deutschland abzudecken. Die Bundesregierung hat zugesagt, 13.000 zusätzliche Stellen in der stationären Pflege zu schaffen. "Wir wollen den älteren Menschen ein Lächeln auf die Lippen zeichnen und kompetente Pflege durchführen", sagt eine Schülerin. Alle Schülerinnen und Schüler arbeiten in Bocholter Senioreneinrichtungen oder bei ambulanten Pflegediensten. Sie klagen über zu wenige Kollegen, die sie bei ihrer Arbeit unterstützen können. Am Wochenende ist die Personaldecke noch dünner. Das zeigt die hohe Verantwortung der jungen Auszubildenden.

Die Lehrkräfte wissen um die wenige Zeit, die auch den Pflegenden für den einzelnen Schüler zur Anleitung bleibt. Die Zeit für Gespräche habe abgenommen. "Wir sprechen seit 20 Jahren von Kunden statt Patienten", sagt eine Pflegedienstleitung. Der wirtschaftliche Faktor hat an Bedeutung gewonnen. Die Schulleitung Bernett Pingel wünscht sich, dass der Beruf attraktiver wird. Dies sei nur mit besseren Arbeitsbedingungen und höheren Gehältern möglich. "Wir müssen junge Leute für den Beruf begeistern."

Ich habe den Schülern empfohlen, selbstbewusster zu werden: "Sie müssen sich gewerkschaftlich organisieren und lauter werden. Pflege braucht mehr Lobby, damit sich etwas verändert." Die Pflegeschüler haben einen Forderungskatalog für Gesundheitsminister Jens Spahn und Familienministerin Franziska Giffey erarbeitet. Diesen werde ich mit nach Berlin nehmen.

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