Mittelstandsförderung, Internationalisierung, Energiewende und Personalpolitik - aktuelle Mittelstandsthemen standen auf der Tagesordnung der Diskussionsrunde am Firmensitz des Vredener Unternehmens PlanET Biogastechnik GmbH. SPD-Politiker Dirk Wiese, Parlamentarischer Staatssekretär im bei der Bundesministerin für Wirtschaft und Energie informiert sich vor Ort über die drängenden Herausforderungen des Mittelstandes.

Parlamentarischer Staatssekretär Dirk Wiese folgte einer Einladung von Ursula Schulte, SPD-MdB für den Kreis Borken und ließ es sich nicht nehmen, direkt vor Ort in einem mittelständischen Vredener Unternehmen aktuelle mittelstandsrelevante Themen anzusprechen.

Wie wirkt sich EEG-Gesetzgebung auf die Unternehmensentwicklung der Erneuerbaren Energien aus? In der anschließenden Diskussion um die Chancen und das Gelingen der Energiewende, waren sich die Gesprächspartner einig. Ursula Schulte: " Es war richtig, die Energiewende auf den Weg zu bringen. Jetzt geht es darum, diese voranzutreiben und gleichzeitig dafür zu sorgen, dass der Strom bezahlbar bleibt. Die Biogastechnik wird weiterhin eine Rolle spielen. Sie ist speicherbar, immer verfügbar und sorgt dafür, dass Gülle, Mist und Abfälle noch eine sinnvolle Verwendung finden."

Ein breiter Dialog zu dem Thema Energiewende und viele offene Fragen machten jedoch deutlich, wie stark sich die politischen Rahmenbedingungen auf die Branche ausgewirkt haben. Der politische Wille, die Entwicklung des EEG in den letzten Jahren, hat die Branche sehr gebeutelt. "Wir brauchen Sonne und Wind, doch die Energiewende geht nur mit einem Energieträger, der so vielfältig und flexibel ist wie Biogas," resümiert Hendrik Becker, Gesellschafter der PlanET Biogastechnik GmbH und Vizepräsident Fachverband Biogas e.V. Im Rahmen der EEG-Novellierung hatte die SPD-Bundestagsabgeordnete Ursula Schulte mehrfach Gespräche zwischen heimischen Unternehmen und dem SPD-Berichterstatter Johann Saathoff vermittelt. Dabei konnten die Unternehmen aus dem Kreis Borken ihre Positionen darlegen.

Biogas-Experte Hendrik Becker verwies auf eine vom Bundesverband Erneuerbarer Energien (BEE) aktuell veröffentlichte Studie zur CO2-Steuer. Laut der Studie, deren Ergebnisse in den letzten Tagen veröffentlicht wurden, sei in den Jahren 2015/16 deutlich weniger CO2 eingespart worden als prognostiziert. Die CO2-Steuer sei im Gegensatz zum EEG keine Brückenfinanzierung, sondern eine echte Struktur-Hilfe, die die wahren Emissionssünder aufdecken würde. Dabei würde die CO2- Steuer die Strom-Steuer ablösen, was keine Erhöhung der Verbraucherkosten nach sich ziehen würde. Hendrik Becker forderte baldige Einführung: "Deutschland sollte hier eine Vorreiterrolle bei der CO2-Bepreisung einnehmen."

Keine Zweifel ließ Staatssekretär Dirk Wiese an einer Fortführung der Ausnahmereglung für energieintensive Unternehmen. "Diese ist weiterhin unverzichtbar, da hier ansonsten Arbeitsplätze auf dem Spiel stehen."

Ländliche Regionen in Nordrhein-Westfalen sind wirtschaftlich gut aufgestellt, insbesondere der Kreis Borken. Dr. Heiner Kleinschneider, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Kreis Borken mbH (WFG) verwies auf deutlich überdurchschnittliche Zahlen hinsichtlich des regionalen Arbeitsmarktes. PlanET sei ein gutes Beispiel, wie erfolgreich sich Unternehmen aus ländlicher Region auch international aufstellen könnten. Seit seiner Gründung im Jahr 1998 hat PlanET sich zu einem international tätigen Unternehmen mit Aktivitäten in Asien, USA und Afrika entwickelt.

Jürgen Adamik, CFO bei PlanET zeigte deutlich auf, das sich aufgrund der schwierigen Gesetzgebung für Erneuerbare Energien der Umsatz des Unternehmens deutlich zugunsten des Auslands verschoben habe. PlanET begegne diesen Herausforderungen mit einer kontinuierlichen Erweiterung des Produktportfolios und der Erschließung neuer Märkte. Eine große Rolle spiele bei PlanET die Entwicklung von Innovationen. "Eine steuerlich wirksame Forschungsförderung für den Mittelstand wäre wünschenswert. PlanET hat zahlreiche Forschungsprojekte initiiert und arbeitet in vielen Hochschulprojekten mit, aber für mittelständische Unternehmen sind Forschungsprojekte oft teuer und aufwendig", resümiert Adamik. Er machte zudem deutlich, dass mit dem Schritt in ausländische Märkte vielfältige Herausforderungen für das Unternehmen, seine Ressourcen und Mitarbeiter verbunden seien.

Eine Vielzahl von Veränderungen indiziert die Digitalisierung die Arbeitswelt. Neue Informations- und Kommunikationstechniken ziehen neue Arbeitszeit-Modelle nach sich. PlanET nutzt diese Entwicklung. Doch technischer Wandel und Digitalisierung ist nur ein Treiber. "Wichtiger Faktor sind die Menschen, eine gute Arbeit passt in die Lebenssituation," beschreibt Adamik die heutige Personalpolitik. Innovative Arbeitszeitmodelle wie Homeoffice-Tätigkeit würden vielfach eingesetzt und seien inzwischen Standard. Auch bei der Personalsuche gehe PlanET innovative Wege und setze zunehmend digitale Medien ein, um qualifizierte Fachkräfte zu finden.
Alle Teilnehmer der Diskussionsrunde waren sich einig, dass nur die mittelständischen Unternehmen mit entsprechenden Mitarbeiterprogrammen ihre Fachkräfte halten und finden würden. Jürgen Adamik: "Der Fachkräftemangel hat auch das Münsterland und uns bei PlanET erreicht. Wir begegnen dieser Entwicklung mit z.B. themenbezogenen Weiterbildungsprogrammen, Unterstützung beim Studium, Auslandsaufenthalte auch für Auszubildende sowie Betriebliche Altersvorsorge und familienfreundliche Arbeitszeitmodellen. Vor diesem Hintergrund verwies Staatssekretär Dirk Wiese auf das Mittelstandsinstrument "ZIM" (Zentrales Innovationsprogramm Mittelstand). Er versicherte, dass er sich für einen Ausbau des Forschungsförderungsprogramms ZIM einsetzen werde. Beim ZIM handelt es sich um ein vom Bundeswirtschaftsministerium durchgeführtes und 2015 neu konzipiertes Förderprogramm für kleine und mittlere Unternehmen. Das Programm ist branchen- und technologieoffen und wird bundesweit als mittelständische Innovationsförderung angeboten.

Hintergrund: PlanET Biogas Group
Die international tätige PlanET Biogas Group gehört zu den führenden Anbietern für Planung, Anlagenbau, RePowering, Biomethan und Service. PlanET hat die erste Feststoffeinbringtechnik für Biogasanlagen entwickelt, bietet Techniklösungen für den Einsatz von 100 Prozent Mist oder Gülle und anspruchsvolle Substrate wie Stroh und Gras. Weiteres Kerngeschäft ist die Vergärung biogener Abfallstoffe. Mehr als 200 Mitarbeiter sind in der Unternehmenszentrale im Münsterland sowie in den internationalen Niederlassungen in Frankreich, UK, USA und Kanada beschäftigt. Weltweit hat PlanET bereits über 400 Biogasanlagen in der Größenordnung zwischen 40 kW und mehreren MW erfolgreich realisiert.

Quelle: PlanET Biogastechnik GmbH

 

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