Während in Berlin die Vorbereitung für die Koalitionsgespräche laufen, informierte ich mich über die Themen Familiennachzug, bezahlbarer Wohnraum und Integration in den Arbeitsmarkt. Gesprächspartner waren Berthold Klein-Schmeink und Hans-Gerd Kaiser von der Entwicklungs- und Betriebsgesellschaft der Stadt Bocholt (EWIBO) sowie Dominik Hanning, Fachbereichsleiter Soziales bei der Stadt Bocholt.

Wir benötigen schlüssige Integrationskonzepte und ein modernes Einwanderungsgesetz. Hier sehe ich noch enormen Handlungsbedarf für Menschen, die nach Deutschland kommen. Ich bin froh, dass es Gesellschaften wie die EWIBO gibt, die sich um die Qualifizierung der Menschen kümmert, sich um deren Integration in den Arbeitsmarkt bemüht und auch entsprechende Handlungskonzepte für den Wohnungsmarkt bereitstellt.

Wenn wir wirklich helfen wollen, müssen wir den Schwerpunkt auf individuelle Eingliederungsmaßnahmen legen. Es gibt viele ungenutzte Potentiale, aber auch Menschen, die keine Chance auf den ersten Arbeitsmarkt haben. Ein Vorschlag, den ich mitnehme, ist, Flüchtlinge als Helfer in Jobs zu bringen und sie dort weiter zu qualifizieren.

Kritisch sah ich und die Vertreter von EWIBO und der Stadt Bocholt die geteilten Kompetenzen der Arbeitsagenturen und der Kommunen. Zielgerichtet wäre die Betreuung durch die Kommune aus einer Hand. Darüber hinaus fehlen ausbildungsvorbereitende Maßnahmen. Auch seien viele Bundesprogramme vielfach zu bürokratisch.

Für mich war u.a. der Blick auf die Familien wichtig. Damit es nicht zu Abhängigkeiten in der Ehe kommt, müssen wir sowohl Männer als auch Frauen in den Arbeitsmarkt vermitteln. Zudem müssen wir sehen, dass junge, schulpflichtige Mädchen in Deutschland anders sozialisiert werden als ihre Mütter, was zu Problemen führen kann.

Ursula Schulte vor Ort

23 Feb 2018 08:00 Uhr

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