Auslauf pur - ideale Voraussetzungen für eine Zuchtsau mit Ferkeln.Auslauf pur - ideale Voraussetzungen für eine Zuchtsau mit Ferkeln.Wenn wir die aktuellen Bilder aus einigen Ställen sehen, kann ich nur sagen: "Wir brauchen mehr und besseren Tierschutz"! Auf der Seite des Bundesministeriums für Landwirtschaft und Ernährung (BMEL) finden wir zu diesem Thema: "Tiergesundheit ist die Basis für eine leistungsfähige Landwirtschaft und die Produktion sicherer Lebensmittel."

Die Realität sieht, wie wir es jetzt wieder einmal erleben, anders aus. Selbst der Westfälisch-Lippische-Landwirtschaftsverband (wlv) formuliert in seinem Papier ‚Offensive Nachhaltigkeit': "Wir müssen uns verändern, weil wir als Berufsstand durch unsere Art und Weise der landwirtschaftlichen Erzeugung dazu beitragen, dass Boden, Wasser, Luft und Tiere sowie Elemente der Kulturlandschaft geschädigt werden (S. 4)." Und weiter heißt es auf Seite 5: "Tiergesundheit und Tierverhalten sind wesentliche Merkmale der Zucht."

Also, wenn schon die Erkenntnis vorliegt, dann lieber Berufsstand, muss sich schleunigst etwas ändern.

Als Sozialdemokraten stehen wir zum Leitbild einer dem Standort angepassten, regional verankerten, flächendeckenden Landwirtschaft. Nutztiere müssen artgerecht gehalten werden, denn die Gesundheit der Tiere und ihre Leistungsfähigkeit stehen in einem direkten Zusammenhang. Ihre Bedürfnisse nach Platz, Licht, Luft und Beschäftigung müssen erfüllt werden.

Immer mehr Menschen lehnen intensive Haltungsformen in der Landwirtschaft ab. Wir wollen zwar weiterhin Fleisch essen, aber die Tiere müssen artgerecht gehalten werden. In der Tierhaltung darf es nicht um Gewinnmaximierung um jeden Preis gehen. Hier sind wir grundsätzlich auch als Verbraucher gefordert. Wenn wir bessere Haltungsbedingungen wünschen, dann müssen wir auch mehr für das Kilo Fleisch bezahlen. Jede Medaille hat zwei Seiten!

Für mich ist klar: Tierschutz ist ein unverzichtbarer Bestandteil verantwortungsvoller Ernährungs-, Landwirtschafts- und Verbraucherpolitik. Unser Ziel ist eine artgerechte Tierhaltung, die Schmerz- und Stressrisiken für die Tiere ausschließt.

Und wenn diese Art von Tierschutz nicht durch Freiwilligkeit zu erreichen ist, na dann müssen wir die Kontrollen verstärken. Die SPD im Kreis Borken hat dafür bereits im Januar 2017 zusätzliche unangemeldete Kontrollen durchgesetzt. Ein guter Weg!

Aber nur ein erster Schritt. In einem zweiten Schritt müssen wir die Nutztierhaltung verändern. Das heißt: Weniger Tiere, mehr Platz, mehr Licht und frische Luft. Das kostet Geld und geht nicht von heute auf morgen. Aber wenn wir den Landwirten finanzielle Anreize bieten, werden viele mitmachen. Davon bin ich überzeugt.

Daher ist es richtig, die europäischen Fördermittel für die Landwirtschaft zu verändern. Öffentliches Geld für öffentliche Leistung, das ist die Lösung. Nur so können wir auch morgen noch ohne schlechtes Gewissen ein Steak essen.

Zeit für mehr Gerechtigkeit.

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